Medienbüro Franken

Lebens-Orte

Wander-Ausstellung

Ausstellung

Friedhöfe dokumentieren überall auf der Welt, wie mit den Verstorbenen umgegangen wird, wie man sie würdigt, ehrt und mit Grabmalen oder Grabsteinen für die Nachwelt darstellt. Diese „Lebens-Orte“ sind die Verbindung, die Nahtstelle zwischen denen, die sind und jenen, die waren. Orte der spirituellen Begegnung und der virtuellen Zwiesprache. Orte, die gerade deshalb besonders lebendig sind.

Die weltweite Bestattungskultur kennt riesige Unterschiede, wobei in manchen Regionen die Toten zu bestimmten Anlässen ja sogar wieder ausgegraben werden, um mit ihnen zu feiern. In unseren Breiten ist das natürlich nicht denkbar. Tot ist tot, aber alle, die von uns gegangen sind, leben in unseren Herzen weiter.

Ich persönlich finde es äußerst spannend, in anderen Ländern manchmal extrem pompöse, außerordentlich originelle oder auch in ihrer Schlichtheit ergreifende Grabmale zu sehen. Sie sind ganz oft ein Foto wert – und viele „Lebens-Orte“ sind landschaftliche Kleinode. Reizvoll und von Gartenarchitekten schon vor sehr langer Zeit wunderbar weitblickend angelegt.

Eine Menge Touristen besuchen inzwischen Friedhöfe und Nekropolen. Und beileibe nicht nur die außergewöhnlichen, die mit vielen prominenten Namen auf den Grabsteinen glänzen können. Gästegruppen aus Asien allerdings – das habe ich selbst gesehen – überfluten auf ihren „Europa-in-5-Tagen“-Touren regelrecht diese „places of interest“. Das kann manchmal – leider – auch laut und respektlos sein. Der Begriff „Ruhestätte“ trifft dann nicht mehr.

Meine Sammlung ist zwar deutlich größer, aber in dieser Ausstellung zeige ich lediglich Exponate von 15 Friedhöfen auf drei Kontinenten. Ich würde mich freuen, wenn ich Sie mit den gezeigten Motiven ebenso beeindrucken könnte, wie ich es schon beim Entstehen der Bilder war.

Das Bild des Gynäkologen und Geburtshelfers Dr. Leonid Persianinow (Promifriedhof Moskau) habe ich ganz bewusst auf den Titel gestellt. Kaum ein Grabmal stellt die Verbindung zwischen Leben und Tod, zwischen Anfang und Ende plakativer und lebendiger dar. Die zahllosen Besucher an seinem Grab halten die Erinnerung wach – und machen den Arzt dadurch gewissermaßen unsterblich.